Endlich Sommer! Und das schon am Ende des Monats Mai! Strahlender Sonnenschein empfing die Teilnehmenden zum Start der GrandTour 2026 am Salzgittersee.

Fast 20 teilnehmende Teams versammelten sich ab 09:30 Uhr auf dem Parkplatz vor dem bekannten Ausflugslokal »Café del Lago«  in Salzgitter-Lebenstedt , um von dort aus zur von den Organisatoren Anja und Sönke Driller sowie Petra und Paul Stanick ausgearbeitete Oldtimerausfahrt in die Region rund um den Kyffhäuser  aufzubrechen.

Anstelle eines Roadbooks teilten die Organisatoren dann nach Bezahlung eines Tourteilnahmenbeitrags drei Exemplare DIN A3 große farbige Fotokopien mit in unterschiedlichen Farben markierten Streckenkarten icon link 10x10 aus, die für die drei Tage dauernde Tour nunmehr uns den richtigen Weg weisen sollten.

»Back to the Roots« war das von den Organisatoren postulierte Motto dieser Fahrt. Und Jahrzehnte früher sind die damaligen Odtimerfahrenden immer nur mit rudimentären Kartenkopien ausgestattet worden. Ob das heute noch zeitgemäß ist, sei infrage gestellt. Gut ist dran, wer über eine/n kartenlesekundige/n Beifahrer/in verfügt, denn als Einzelfahrer/in ist es schwierig bis fast unmöglich neben dem Fahren mit einem kurzen Blick auf die Unterlagen sofort und eíndeutig die nächste Fahrtrichtung zu erkennen.

Tag 1 | 29. Mai 2026

Um 10 Uhr ging's dann endlich los. Über kleine Straßen rund um Salzgitter-Lebenstedt herum sowie an Lutter am Barenberge  vorbei sowie durch Langelsheim erreichten wir unseren ersten 30-minütigen Etappenstopp mit WC-Nutzung bei der Touristikinformation in Lautenthal .

26gt 004

Über schöne kurvige Straßen durch den Naturpark Harz schlängelten wir uns höher und höher und erreichten alsbald Clausthal-Zellerfeld . Vor dort aus ging es über Teile der gut ausgebauten »Deutsche Fachwerkstraße«  (B 242) an den Höhenzügen »Großer Sonnenberg« vorbei nach Sankt Andreasberg .

Hier konnten wir bei mittlerweile schon recht warm werdenden Temperaturen in dem »Restaurant Café Sportklause«  für uns à la Carte kleinere oder größere Gerichte zum Mittagstisch auswählen und den schönen Blick auf den in der Wintersaison meist gut frequentierten Ski- und Rodelhang genießen.

Genug des Müßiggangs! Um 14:30 Uhr ging es wieder wieder südwärts. Aber lange sollte die Fahrt nicht mehr andauern. Bei Rottleberode stoppten wir bei einem kleinen Parkplatz an einem idyllischen Teich, um mit allen Fahrzeugen in einer Kolonne den für alle Teilnehmenden richtigen Weg zu unserem Hotel zu befahren.  

Nachdem Viele die Gelegenheit noch nutzten, in Kelbra ihre Fahrzeug aufzutanken, waren wir alsbald nach einem kleinen, von vielen Serpentinenkurven begleiteten, Straßenaufstieg auf den Höhenzug Kyffhäuser bei unserem Tourhotel »Burghof Kyffhäuser« wohlbehalten angelangt.

Während einige Teilnehmende die vom Hotelpersonal zur Begrüßung kredenzte und wohltuende Erfrischung mit diversen alkoholfreien Cocktails genossen, bezogen andere schon ihre Zimmer.

26gt 005b

Müßiggang war leider nicht angesagt, denn für 16:30 Uhr war der Aufstieg zum direkt über dem Hotel thronenden Kyffhäuserdenkmal angesagt, wo uns bereits ab 17 Uhr eine Führung durch das Denkmal erwartete. Schön dass es für Personen mit Gehbeeinträchtigungen einen Busshuttle-Service des Hotels gab, der in ein paar Minuten einige Teilnehmende schnell zum Denkmal chauffierte.

Auf dem Kyffhäuserberg erwartete uns eine sehr sachkundige Führerin, die uns im Denkmal das Denkmal und seine mittelalterliche Geschichte sowie die historischen Ereignisse um Barbarossa mit einem wirklich außerordentlichen 45-minütigen Vortrag (teils in persona mit fiktiven Zeitgenossen gespielte Geschichte) sehr anschaulich, sehr engagiert und lebendig vermittelte. Trotz der vielen Daten und Anekdoten hätte man dieser Frau gerne noch länger zuhören können und wollen.

Abgerundet wurde im Schatten des Barbarossa-Standbildes dieser Teil der Besichtigung und des Vortrags mit einem kleinen Rollenspiel »eines Ritterschlags« von »König« Paul Stanick und »Ritter« Hans-Karl Reinecke. Das Volk der Oldtimerausfahrenden war davon sehr angetan und belustigt.

Beim weiteren Rundgang um das Kyffhäuser-Denkmal konnte auch noch der »sprechende« Brunnen« besichtigt und ausprobiert werden. Einige bestiegen auch die höchste Plattform des Kyffhäuser-Denkmalturmes, um von dort aus einen schönen und weiten Ausblick in die weite Landebene zu haben.

Schnell wieder zurück zum Hotel, teils zu Fuß und teils mit dem Shuttle, denn um 19 Uhr erwartete uns auf der Hotelterasse das Abendessen in Form eines guten Grillbuffets mit regionalen Spezialitäten. Hier konnten wir bei angenehmen Temperaturen bis 22.30 Uhr noch sehr viele und schöne Gespräche miteinander führen.

Tag 2 | 30. Mai 2026

Um 10:00 Uhr startete nun die Rundfahrt durch Thüringen und in das Weinanbaugebiet Saale/Unstrut .

Über Bad Frankenhausen und Artern sowie Roßleben fuhren wir bei heißem sonnigen Wetter zum Ausstellungsort »Arche Nebra« .

26gt 010a

Wer wollte konnte sich im schnellen Durchlauf im architektonisch modernen Museum die wirklich sehenswerte und didaktisch sowie grafisch gut gemachte Ausstellung zum aufsehenerregenden Fund der »Himmelsscheibe« ansehen.

Von Nebra aus war es über eine kleine Straße mit schönen Landschaftausblicken über Laucha  nicht mehr weit bis Freybur an der Unstrut . Hier hatten wir die städtische Erlaubnis, direkt auf dem zentral gelegenen Marktplatz unsere Fahrzeuge dekorativ in einer Reihe zu parken.

Und der perfekte Ort, um gleich einmal ein Gruppenfoto zur Erinnerung an diese Fahrt zu machen.

Einige verbrachten die ca 90-minütige Lunchpause in der Eisdiele oder im Restaurant, während andere Teilnehmende einen Sightseeing-Spaziergang zur Sektkelterei »Rotkäppchen« oder zum Unstrut-Ufer oder zur Besichtigung der spätromanischen Stadtkirche St. Marien unternahmen.

Weiter südlich, aber nahezu parallel zur Strecke der Anfahrt, bewegten wir unsere Oldtimer dann durch Eckartsberga durch das Finneland  nach Wiehe  und von dort aus über Reinsdorf wieder nach Bad Frankenhausen zum Bauernkriegsdenkmal .

Leider kamen wir dort am Panoramamuseum mit nicht geplanter Verspätung an, so dass wir der 45-minütigen audio-visuellen perfekten Präsentation zum von Werner Tübke von 1976 bis 1987 geschaffenen monumentalen 123 Meter langen 14 Meter hohen 360°-Gemälde zwar noch folgen, aber leider uns nicht mehr bis zum Ende ansehen konnten. Sehr schade, den die Präsentation war sehr gut gemacht und es gab auf diesem erstaunenswerten Gemälde noch so viel Interessantes zu entdecken. Aus Urheberrechtsgründen durften wir leider auch keine Fotos von diesem sehenswerten Schaustück machen.

Um 19 Uhr versammelten wir uns im Hotel im Rittersaal zu einem Dinner Bankett. Nachdem wir nach der Vorsuppe nochmals dem frisch geschlagenen Ritter Hans-Karl unsere Huldigung entgegen gebracht hatten, unterhielt uns Torsten Ewers mit einem launig gut gemachten Vortrag zu einem lustigen Bericht über „Ein Jahr als Rentner” (siehe Downloads). Was haben wir geschmunzelt und heftig gelacht, bis die Tränen kullerten!

Nach einem opulenten guten Mahl und vorzüglichem Nachtisch sowie anschließend diversen angemessenen Getränken stand nur noch ein Programmpunkt auf der Agenda des Abends: die Weitergabe der Gnoms von seinem überaus fürsorglichen Vorjahresbetreuer Reinhard an eine/n neue/n Betreuer/in. Die Wahl war eine Qual, denn es gab diesjährig kaum besondere Verfehlungen der Teilnehmenden während der Fahrt. Aber wer suchet, der findet! Und eine Fahrt mit geöffnetem Kofferraum ist auch mal eine besondere Würdigung wert. Und so traf es Matthias Baum, der den Gnom für ein Jahr nach Hamburg entführen und dort redlich betreuen darf. Herzlichen Glückwunsch!

Tag 3 | 31. Mai 2026

„Ein Unwetter zieht auf!” war der geflügelte Ausruf zum Frühstück. Also waren flugs alle Cabriofahrenden bei ihren Gefährten, um die Verdecke aufzustellen, wenn sie bislang am Abend vorher ihre Wagen nur mit Persennings oder Planen abgedeckt hatten.

Und als Konsequenz aus gelesenen Nachrichtenmeldungen über die nächtlichen/morgentlichen starken Regenfälle und Gewitter in Nordrhein-Westfalen wurde die Abfahrt aus dem Hotel um eine Stunde nach hinten auf 11 Uhr verschoben.

Diese Zeit und das dabei dabei niedergehende Regenschauer mit einigen Donnern und Blitzen verbrachten wir dann wettergeschützt unter dem Vordach des Hoteleingangs oder in dessen Lobby beim Gespräch und bei den von den Organisatoren vorgetragenen Instruktionen für die anstehenden Fahrstrecken.

An dieser Stelle auch ein paar Worte zum Hotel »Burghof Kyffhäuser«. Größerer Traditionsbetrieb auf einem grossen grün bewachsenen Areal, ideal gelegen für unsere Fahrt ins Umland und um Thüringen von dort aus zu erkunden. Durch sehr viele größere Räumlichkeiten ist dieses Hotel sehr gut auch für größere Reisegruppen geeignet. Geräumige, meist sehr ruhig gelegene, Zimmer mit teils modernisierter Ausstattung. Sehr nettes und aufmerksames Personal. Und das alles zu fairen moderaten Preisen. Gerne kann man so das Hotel weiterempfehlen.

Bei weniger werdendem Regen machten wir uns dann endlich auf die Rückfahrt bergabwärts über die bekannte Serpentinenstrecke. Schade, im Regen macht das nicht so viel Spaß wie bei schönem Wetter!
Aber dennoch gestaltete sich die Fahrt über Kelbra zum Harz und dann dort mit einer kleinen jetzt schon mal wieder trockenen Pause in Alexisbad nahe Harzgerode als ganz gut zu bewältigen.

Durch das malerische Bodetal erreichten wir dann Thale und von dort aus war es auch nicht mehr weit bis zur Ortsdurchfahrt von Blankenburg . Bei leider wieder regnerischen Abschnitten erreichten wir nach Passieren von Osterwieck dann den Schlusspunkt unserer Fahrt.

Im Ausflugslokal »Willeckes Lust« verköstigten wir uns entweder mit einem kleinen Gericht oder mit Kaffee mit hausgemachtem Kuchen. Gegen 16/17 Uhr verabschieden sich die meisten Teilnehmenden mit großem Dank an die Organisatoren und machten sich bei leicht regnerischem Wetter auf ihren individuellen Heimweg.

Fazit: Die Fahrt zum Kyffhäuser war äußerst gelungen! Schöne Strecken, schöne Orte, ein gesundes Maß an Aktivitäten und Sehenswürdigkeiten, zwei Tage lang bestes Wetter und allzeit eine gute Stimmung vervollständigten den Gesamteindruck dieser Oldtimerausfahrt. Bis auf das Kartenmaterial anstelle eines Roadbooks oder Bordbuchs war es eine toll gemachte und durchgeführte Reise mit vielen schönen Erlebnissen – so wie wir es lieben und kennen. Das Motto »Back to the Roots« hatte darauf so gut wie keinen Einfluss!

PS: Und die Zukunft …? Leider hatte sich bis zum Ende der Ausfahrt noch kein/e Interessent/in für die Gestaltung der GrandTour 2027 gemeldet. Auch bis heute gibt es da noch keine weitere neue Entwicklung. Es wäre doch äußerst schade, wenn nach mehr als drei Jahrzehnten diese traditionelle Veranstaltungsreihe mit der diesjährigen Fahrt ihr Ende finden würde. Aber Hoffnung: es ist ja noch ein bisschen Zeit … .

+++ 9. Juli 2025 +++ Wolfgang Hesse +++

Text © Wolfgang Hesse

Bilder © Wolfgang Hesse (53), Reinhard Voß (2), namentlich nicht bekannter Passant (Gruppenbild)

  Download Streckenkarten

  Download Torsten Ewers Vortrag

… öffnet im separaten Menüfenster weiterführende Informationen