28 Teams des Freundeskreises Britischer Oldtimer in Braunschweig und anderer historischer Fahrzeuge hatten sich  am 19. Juni 2009 zum Start der diesjährigen Sommertour am „Sternhaus” in Wolfenbüttel eingefunden, um auf die von der Reiseleitung Evelyn, Ursel, Andreas und Hans geplante dreitägige Fahrt nach Höxter in das Weserbergland zu gehen. Das Wetter gestaltete sich vielversprechend und so konnte bei hervorlugender Sonne nach mehreren vorangegangenen Regentagen um 10:30 Uhr das Signal „Start your engines” gegeben werden.

Es ging südwärts zu den Harz Mountains, wo als erster Stopp bei mittlerweilen bedecktem Himmel und 'schattigen' Temperaturen beim „Berggasthaus Auerhahn”  in der Nähe von Goslar zur obligatorischen PP gehalten wurde. Hier trafen wir auf eine Oldtimergruppe aus dem Rheinland, die aufgrund ihres Roadbooks gerade dort eine Aufgabe zu lösen hatte und unsere geparkten Wagen mit denen aus ihrer Gruppe verwechselt hatten. Respekt – manch einer der Teilnehmer (gebuchte Tour mit geliehenen Fahrzeugen) – mußte nach imposanten Vollbremsungen direkt vor unseren Augen feststellen, dass für ihn hier noch keine Pause angesagt war.

Mit Schwung ging es dann von Flachländlern empfundenen „hochalpinen Gefilden” über Clausthal-Zellerfeld Richtung Osterode wieder ins plattere Land zurück, wo wir über das mittägliche Etappenziel „Niedersachsenhof” („tzz-tzz-tzz: Damentoast für Herrenfahrer – das geht nun mal gar nicht!” und war Dank Horst und Jan in einigen Kreisen Gesprächsthema Nr. 1 fast während der ganzen Tour) erreichten. Über schöne Alleen und kurvige, kleine Hügelketten düsten wir vorbei an Seeburg weiter nach Süden durch Ebergötzen (hier verbrachte Wilhelm Busch einen Teil seiner Jugend, bekannt wurde die Mühle durch Max und Moritz) und Nörten-Hardenberg (ließen aber den Korn links liegen) über Uslar weiter westwärts Richtung Beverungen.

Zum Nachmittagstee oder -kaffee war kurz vor Höxter ein längerer Aufenthalt am Flughafen Höxter-Holzminden eingeplant. Einige Mutige vertauschten ihre vierrädrigen Kameraden gegen ein dreirädriges Gefährt mit Flügeln, um auch unter sachkundiger Führung des Piloten mit einem jeweils viertelstündigen Rundflug die Gegend von oben zu erkunden. Zwischenzeitlich waren auch ein paar Vertreter der örtlichen Presse erschienen, um den Besuch der Oldtimer in ihrer Region mit einem Artikel und ein paar Schnappschüssen zu würdigen.

Auf der kurzen Weiterfahrt zum Hotel in Höxter ereilte den Autor ein kapitaler Schaden an der Elektrik seines roten 'Gummibootes'. Dank sachkundiger Hilfe von Frank aus der Mitfahrergruppe und Frank aus Höxter, der spontan sogleich angehalten und seine Hilfe angeboten hatte, konnte das Fahrzeug nach dreieinhalbstündiger Reparatur mit einem gespendeten Verteilerfinger aus einem Landrover von Frank (Höxter) endlich zum Hotel manövriert werden. Dass aber auch ein von Manfred mitgeführter Ersatzverteiler den gleichen wie der aktuell aufgetretene Schaden haben konnte, hatte keiner der an der Wiederbelebungsaktion Beteiligten erwarten können. Aber Ende gut – alles gut! Und Gott-sei-Dank hatte auch das Wetter während der langen Reparatur auf 'schön' umgeschaltet. Der Autor sagt an dieser Stelle nochmals „ganz herzlichen Dank” an alle Helfer.

Genächtigt wurde während der gesamten Tour im „Ringhotel Niedersachsen”, das sehr zentral in der Innenstadt von Höxter gelegen ist. Das Hotel konnte uns durch die guten Zimmer, die wirklich gute Bewirtung mit leckeren festen und flüssigen Nahrungsmitteln vollends überzeugen. Einen großen Beitrag dazu lieferte das sehr freundliche Personal. Genial war die Tiefgarage, wo jeder Teilnehmer für sein Gefährt einen jederzeit sicheren und trockenen Stellplatz finden konnte. Einige Unentwegte ließen es sich auch nicht nehmen, den SPA-Bereich mit Therme und Schwimmbad im Untergeschoß des Haupthauses ausgiebig zu nutzen. Das Hotel ist wirklich eine Empfehlung wert.

Nach gutem Abendmenü klang der Tag bei ernsten oder locker-lustigen Gesprächen über Oldtimer, „Damentoast” oder sonstigen Begebenheiten langsam gegen Mitternacht aus, wobei diverse Grüppchen auf dem Weg zum Zimmer nicht umhin kamen, letztendlich doch noch einmal die Bar zu konsultieren.

Welch Wohltat, der Tag zwei unserer Tour begann mit reichlichem Ausschlafen und opulentem Frühstück erst um 10:30 Uhr. Und die Fahrt dauert erstmal nicht lange, denn nach wenigen Kilometern/Meilen war ein Halt bei der Porzellanmanufaktur Fürstenberg vorgesehen. Der Großteil der Gruppe ließ sich in die Kunst der Porzellanherstellung einführen und nutzte teils die Gelegenheit zum Shopping. Der Rest genoss die fabelhafte Aussicht über das Wesertal bei einem Espresso oder Cappuccino.

Über schöne Alleen und durch hügelige Landschaften ging es geschwind weiter bis zum Restaurant „Graf Everstein” am Fuße der Burg Polle, die die Märchenheimat von Aschenputtel sein soll. Wenn man den leicht steilen Aufstieg zum Restaurant bewältigt hatte, konnte man von dort aus einen schönen Überblick über das Wesertal haben und das An- und Ablegen der Weserschiffahrtsflotte am Haltesteg beobachten.

Über Ottenstein und Bodenwerder (Gruß an den Baron Hieronymus von Münchhausen) führte eine nette Strecke bei einigermaßen wieder gutem Wetter zum Kaffee ins Hotel Kiekenstein. Derart wieder erfrischt und gestärkt, machte sich der Großteil der Gruppe auf den Heimweg ins Hotel, während eine Gruppe von acht Fahrzeugen unter der Führung von Ernst einen Kurztrip zum Kloster Amelungsborn unternahm, wo er vor circa 50 Jahren seine Kindheit und Jugend verbringen durfte. Über Stadtoldendorf (dem Autor aus seiner Jugendzeit wohl bekannt) und einer wunderschönen Strecke bei Sonnenschein durch die „Rühler Schweiz” erreichte gegen Abend auch dieser Teilnehmerkreis wieder das Hotel.

Nach einem opulenten Büffet versammelte sich traditionell um 21:00 Uhr das „Kommittee”, um die Kandidaten für die Vergabe von „Bosch” und „Lucas” zu ermitteln. Mit lustig-lockerer und launiger Moderation von Torsten und Eberhard wanderte dieses Mal „Bosch” von Manfred an Frank, der damit für seine große Hilfsbereitschaft während der dies- und der letztjährigen Tour geehrt wurde. „Lucas” zog von Hans an Silke um, die, wie wir alle hoffen, ihn gut pflegen und zu jeder Veranstaltung ausführen wird. Kurz noch vor Mitternacht in der Bar den Klitschko-Sieg in Runde 10 gesehen und noch ein paar Getränke genommen, klang dann dieser Tag fröhlich aus.

Tag drei 10:30 Uhr. Abschied nehmen vom Hotel. Röhrend aus der Tiefgarage durch die Innenstadt von Höxter - die Rückreise hatte begonnen. Über Löwenberg ging es kurz danach mit 12% Steigung hinauf auf den Köterberg, bekannt für seine tolle Aussicht. Naja, angesichts des regnerischen Wetters war an diesem Tag die Aussicht nicht so berauschend, aber wer Fan von schweren Regenwolken ist, der kam auf seine Kosten.

Über viele kleine Ortschaften pflügten wir uns bei plötzlich schüttendem Regen vorbei am Schloß Hämelschenburg zur nächsten Rast ins Grohnder Fährhaus. Hier hieß es für nahezu die Hälfte der Teilnehmer „Good-bye”-Sagen, die entweder durch eine weite Heimreise (bis nahe an die Ostsee) oder anderer Verpflichtungen das Nachmittagsprogramm nicht mehr wahrnehmen konnten. Die übrigen Teilnehmer fuhren über Eschershausen und Alfeld bis zum Söhrer Forsthaus, wo zum letzten Mal noch ein Kaffee und/oder Kuchen degustiert wurde. Nun hieß es auch hier Abschied nehmen bis zum Wiedersehen im Sommer des nächsten Jahres oder vorher zur eintägigen Herbsttour.

260 Bilder der Sommerausfahrt stehen zum Download auf unserem Server bereit. 

Gesamte Tour, Bilder von Torsten:

19.06.2009:

20.06.2009:

21.06.2009:

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