Angesichts der ungewissen Lage der weiteren Entwicklung der
Covid19-Pandemie, der dazu durch die Niedersächsische Landesregierung veranlaßten und aktuell gültigen Infektionsschutz-Verordnungen, den vom Fagus-Werk innerbetrieblich deshalb auch geltenden Beschränkungen zum Betrieb des Museums des Fagus-Werkes, nach Einholung einer Expertenmeinung vom Gesundheitsamt Braunschweig und nach eingängigen Beratungen zwischen Fritz »Itze« Stöber und mir, haben wir heute leider nach reiflicher Abwägung von Pro-/Contra-Kriterien entscheiden müssen, die bereits sehr umfänglich und mehrfach geplante Herbstfahrt 2020 abzusagen.
Wir haben uns diese Entscheidung wirklich nicht leichtgemacht. Die Gesundheit von uns Allen ist ein ganz wichtiges Gut und hat die höchste Priorität. Bis zum 31. August 2020 gelten noch die Auflagen der Niedersächsischen Verordnung zur Neuordnung der Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Corona-Virus SARS-CoV-2 ( Niedersächsische Corona-Verordnung) vom 10. Juli 2020. Maßgeblich sind hier die Abstandsregeln des § 1 Absätze 3 bis 4. Die Einhaltung dieser kann während der Fahrt mit zwei Personen pro Fahrzeug gewährleistet werden. Auch kann § 10 der Verordnung während des gastronomischen Angebotes erfüllt werden. Kritisch sind jedoch jegliche Kontaktpunkte (am Parkplatz für das Treffen zum Start, vor und nach dem Restaurantaufenthalt, Verabschiedungstreffen) bei denen sich die ganze Gruppe von mehr als 30 bislang angemeldeten Personen versammelt, da nach § 1 Absatz 4 Zusammenkünfte und Ansammlungen von Menschen im öffentlichen Raum nicht mehr als 10 Personen umfassen dürfen. Demnach kann sich nur eine Gruppe von nicht mehr als 10 Personen versammeln. Bilden sich während der Oldtimer-Rundfahrt mehrere Gruppen von diesen maximal zulässigen Personen, müssen diese sich in der Öffentlichkeit zeitlich versetzt versammeln und es darf zu keiner Durchmischung dieser Gruppen kommen. Originalzitat aus der Mitteilung des Gesundheitsamtes: „Ist dies bei mehr als 30 Teilnehmern, die sich alle untereinander kennen und miteinander eine Oldtimer-Rundfahrt machen wollen, realisierbar? Es liegt als Organisator der Oldtimer-Rundfahrt in Ihrer Verantwortung, dass die Abstands- und Hygieneregeln entsprechend der geltenden Verordnung zur Bekämpfung der Corona-Pandemie umgesetzt und eingehalten werden. Nur so können mögliche Infektionsketten vermieden werden.” Und wie sich die Verordnungen ab dem 1. September 2020 gestalten werden, darüber gibt es noch keine Aussagen oder Vermutungen. Zu befürchten ist es aber, dass durch die aktuelle Entwicklung der kontinuierlich ansteigenden Infektionszahlen bereits vorgenommene Lockerungen oder Ausnahmeregelungen wieder zurückgenommen werden können.
Und diese Verantwortung können Fritz und ich nicht übernehmen – denn bei einer Anzeige, Meldung o.a. können wir beide (u.a. auch strafbewehrt, siehe dazu auch aktuelle Berichte über verhängte Bußgelder in den öffentlichen Medien) belangt werden. Bereits vor Wochen hatten wir uns eingiebig mit möglichen Verfahren zur regelkonformen Durchführung der Oldtimertour beschäftigt, Abläufe der Tour analysiert und modifiziert oder beispielsweise auch Listen über oder noch von den Teilnehmer*innen Anfang September noch abzugebende aktuelle Gesundheits-/Covid19-Erklärungen zur Infektionskettennachverfolgung vorbereitet. Spannend oder sehr interessant zum Lesen sind dazu auch die Corona-FAQs zu der Corona-Verordnung. Es ist teils paradox, was im Rahmen der aktuellen Möglichkeiten statthaft (bspw. Bosseln mit einer bis zu 30-Personen-Gruppe, Hintergrund Ausnahmenregelungen: sportliche Betätigungen) und was im nahezu gleichen Umfang wieder nicht zulässig oder nicht empfehlenswert ist (bspw. Motorradfahren mit einer 10er-Gruppe, Hintergrund: vermeidbare Kontakte).
Beunruhigt wurden wir bereits vor über zwei Wochen nach routinemäßiger Kontrolle der Fagus-Webseite über die Kenntnis, dass der Gastronomiebetrieb dort noch während des gesamten Monats August geschlossen sei. Sofortige Telefonate mit dem Fagus-Besucherservice ergaben, dass auch Besichtigungen des Werkes nur noch von außen und in 10-Personen-Gruppen mit jeweiligem Zeitversatz von 10 Minuten erfolgen können. Das paßte überhaupt nicht mehr in unserem schon recht straff gesetzten Zeitplan. Der angesprochene Gastronomie-Betreiber sicherte zwar zu, dass das Mittagessen auf der eingeschränkt wettergeschützten UNESCO-Terasse mit den entsprechenden Abstands- und Tischbelegungsregeln und auch mit möglichem Zeitverzug umgesetzt werden könnte.
Bei schlechtem Wetter hätte es dann bei notwendig werdender Nutzung des Fagus-Gropius-Cafés wegen dem dort beim Normalbetrieb auf 40 bis 50 Gäste begrenztem Platzbedarf aber durch die Corona-Abstands- und Tischbelegungsregelungen Probleme gegeben, so dass eine Bewirtung nicht durchführbar wäre. Auch konnte er nicht zusichern, dass das Café im Monat September bereits regulär wieder geöffnet wäre, da dieser Betriebsteil auch werktags die Kantine der Unternehmen Fagus, GreCon und Weinig ist und ihm noch keine Weisungen seitens der Geschäftsführungen der Unternehmen vorlag. Sofort begannen wir mit der Umplanung und bereiteten Alles für eine Modifikation der Herbstfahrt vor.
Anstelle des Besuchs des Fagus-Werkes wollten wir alle Teilnehmer*innen damit entschädigen, dass wir die nunmehr frei gewordene Zeit für eine Erweiterung der Tour auf der Rückfahrt mit einer schönen Strecke entlang der Innerste ergänzen wollten, nach dem wir vorher sehr schöne Strecken über den auch häufig als »mystisch« bezeichneten Höhenzug Ith und weiter über malerische Strecken über den Höhenzug Hils uns vorgenommen hätten. Mehrere Tage benötigten wir, um einen guten Gastronomiebetrieb im nahen Umfeld von Alfeld zu finden, der a) unter Corona-Bedingungen in der Lage wäre und b) noch nicht durch andere gleichzeitig stattfindende und bereits fest zugesagte Veranstaltungen verhindert wäre, unsere große Gruppe zu bewirten. Nachdem wir Anfang dieser Woche die Essenvorschläge von einem Restaurant vorliegen hatten, hatten wir bereits wieder Alles vorbereitet: Roadbook-Modifikation und Revision des gesamten Layoutes, Vorbereitung des Versands/der Publikation des Fragebogens für die Essenswünsche, Covid19-Erklärungen/-Gesundheits-Selbstauskünfte/-Listen und Verfassen der Informationsbeiträge für die Webseite.
Leider erhielten wir dann die Expertenmeinung des Braunschweiger Gesundheitsamtes. Und damit war die Herbstfahrt 2020 für uns nicht mehr durchführbar.
Aber: wir werden diese Herbstfahrt wieder in gleicher oder ähnlicher Form – je nachdem wie sich dann die aktuelle Lage präsentiert – im nächsten Jahr anbieten. Es ist bisher so viel Material erarbeitet worden, dass man dafür nutzen kann oder ggfls. auch zwei Fahrten daraus entwickeln könnte.
Die bereits gezahlten Teilnehmerbeiträge für die Auslagen für die allgemeinen Kosten der Herbstfahrt, für die Fagus-Führung und das -Museum werden zeitnah auf das bei der Anmeldung angegebene Konto wieder zurück überwiesen.
Wir hoffen, dass die bislang angemeldeten Teilnehmer*innen angesichts der geschilderten Gegebenheiten Verständnis für unsere Entscheidung haben werden.
Bleibt gesund und munter, genießt das aktuell noch sehr schöne Wetter mit dem Oldtimer-Schätzchen bei einer gepflegten Einzeltour oder bei einer Fahrt in einer kleinen Gruppe,
viele herzliche und liebe Grüße von Fritz und Wolfgang
+++ 14. August 2020 +++ Wolfgang Hesse +++